Laut Reiseführer soll es in Prince Rupert an 220 Tagen im Jahr regnen. Entgegen unseren Erwartungen hatten wir zwei Tage schönstes Wetter. Auf dem Campingplatz trafen wir zwei andere Radler und konnten uns beim gemeinsamen Nachtessen das erste Mal intensiv mit Gleichgesinnten unterhalten.
Bei noch immer schönem Wetter und Temperaturen um die 30 Grad starteten wir auf dem Yellowhead Highway Richtung Jasper. Mit Rückenwind ging es dem schönen Skeena-River, in welchem wir Seehunde beobachten konnten. In Terrace trafen wir Kathrin und Andres aus Deutschland. Sie nahmen uns im Auto mit an einen Badesee. Bei diesen heissen Temperaturen liessen wir uns diese Abkühlung natürlich nicht entgehen. Später teilten wir mit den zweien auch noch den Zeltplatz auf Ferry Iland, einer kleinen Insel im Fluss auf welcher der Campingplatz liegt. Aus diesem Grund war das wahrscheinlich der einzige Ort in ganz British Columbia, wo man noch ein Lagerfeuer machen durfte, denn sonst war dies strengstens verboten, weil in BC grosse Waldfeuer tobten.
Die heissen Temperaturen hielten an und wann immer wir an einem See oder Fluss vorbeikamen, zog uns das Wasser magisch an. So war es auch als wir am frühen Nachmittag am Seely Lake vorbeikamen. Wir sprachen jemanden an, wo man denn am besten baden könne und so machten wir Bekanntschaft mit der Familie Zach, die vor 10 Jahren von Deutschland nach Kanada ausgewandert ist und seither in Smithers lebt. Beim gemeinsamen Abendessen entstand die Idee, dass wir einige Tage bei ihnen in Smithers verbringen könnten, um zu sehen, wie die Kanadier leben. Wir nahmen die Einladung gerne an und versprachen, bei ihnen vorbeizuschauen, wenn wir nach Smithers kommen.
Auf dem Weg dorthin gab es noch viel spannendes zu entdecken. In Old Hazelton, einem alten historischen Städtchen, besuchten wir ein native Museum, um zu sehen wie die Indianer in dieser Gegend lebten und zum Teil noch heute leben. Etwas weiter weg in Morricetown, konnte man die Natives beim fischen mit Netzen beobachten. An der dortigen Stromschnelle müssen die Lachse springen um flussaufwärts zu kommen und die Natives brauchen nur noch ihre Netze hinzuhalten, um sie einzufangen. Es war eindrücklich, die zum Teil riesigen Lachse meterhoch aus dem Wasser springen zu sehen. |