Den ersten Teil der Bootsfahrt zurück nach Guatemala war kein Genuss, mit hoher Geschwindigkeit flitze das kleine Boot über die Wellen, so dass man im Innern stark durchgeschüttelt und herumgeschleudert wurde. Die Weiterfahrt von Livingston nach Rio Dulce war dann aber ruhiger und so konnten wir die schöne Flusslandschaft richtig geniessen.
Von Rio Dulce fuhren wir dem Lago Izabal entlang und genossen das letzte flache Stück für längere Zeit. Danach folgte der Aufstieg ins Hochland. Meist war die Strasse ungeteert und zum Teil so steil, dass wir nicht mehr fahren konnten, weil unsere Räder im Schotter nur noch durchdrehten. Mehrmals mussten wir zu zweit ein Fahrrad den steilen Hang hinaufschieben und dann hinuntergehen um das zweite zu holen. Was für eine Anstrengung. Endlich oben angekommen, war die Freude über die Abfahrt leider von kurzer Dauer. Auf diesen steilen Holperstrassen konnte man kaum schneller als Schritttempo fahren und manchmal musste man sogar bergab absteigen und gehen, um nicht ins Rutschen zu geraten. Wenn mir am Abend feststellen mussten, dass wir trotz grosser Anstrengung nur ca. 30 km vorwärts gekommen sind, schlug das schon ein wenig auf die Motivation. Die grandiosen Aussichten über das einmalige Hochland Guatemalas und die kleinen idyllischen Bergdörfchen, die wir durchquerten, machten die Anstrengungen aber mehr als wett.
 Sonnenaufgang Vor 3 Tagen kamen wir am Lago Atitan an und beschlossen hier ein paar Tage auszuspannen und uns von den Strapazen der letzten Wochen zu erholen. Nach 8 Monaten auf dem Fahrrad hätten wir nicht gedacht, dass uns Berge noch dermassen herausfordern könnten, aber da haben wir das Hochland Guatemalas kräftig unterschätzt. Das waren sportlich gesehen bei weitem die 2 härtesten Wochen der ganzen Reise. Jedenfalls bisher, wer weiss was noch kommen mag.
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