 Von Garifunas bewohnte Karibik-Insel Auf einer Schotterstrasse in den Bergen überquerten wir die Grenze zu Honduras. Es gab nicht einmal einen offiziellen Grenzposten, sondern nur ein Militärkontrollpunkt. Der zuständige Beamte war zu Beginn leicht überfordert, kommen doch hier nicht oft Touristen vorbei, und schon gar nicht solche auf Velos. Aber mit etwas Spanisch und nettem Lächeln, liess er uns schliesslich doch die Grenze passieren.
In der ersten Stadt angekommen, mussten wir erst einmal die einheimische Währung – Lempiras- organisieren. Wie schon mehrmals an diesem Tag, wurden wir auch vom Bankpersonal wieder darauf hingewiesen, dass an unseren Fahrrädern die Honduras-Flagge fehlt. Wir erklärten, es sei unser erster Tag hier und wir müssten erst eine kaufen gehen. Darauf verschwand eine Angestellte in ihrem Büro und kam mit zwei passenden Fähnchen zurück, welche sie uns schenkte. Was für ein herzlicher Empfang in einem Land, von dem wir fast nur Negatives gehört hatten und von dem uns die meisten anderen Reisenden eher abgeraten hatten. Auch sonst fühlten wir uns auf Anhieb sehr wohl und sicher. So beschlossen wir kurzerhand unseren Aufenthalt hier länger zu gestalten als geplant und doch noch bis an die Karibik zu fahren.
 Auf Schotterstrassen durchs Hochland
Wir bereuten diesen Entscheid keine Sekunde. Vor allem der Ausflug zu den Cayos Cochinos, einer kleine Inselgruppe im karibischen Meer, gehört zu einem der Höhepunkte unserer Reise.
Der Rückweg Richtung Nicaragua führte uns zum Teil auf ungeteerten Nebenstrassen durchs honduranische Hinterland. Vorbei an kleinen, abgelegenen Siedlungen und durch fein duftende Kiefernwälder, genossen wir die Ruhe auf den verkehrsarmen Strassen. Wenn auch der Weg oft sehr holperig und staubig war.
Morgen geht es bereits weiter nach Nicaragua, dem drittletzten Land auf unserer Reise. Honduras hat uns sehr gut gefallen und wir können dieses Land, mit seinen bezaubernden Stränden und dem schönem Hochland, wärmstens weiterempfehlen. Die Leute waren allgemein sehr freundlich und hilfsbereit, einzig hinter dem Steuer ihrer Fahrzeuge waren sie uns weniger sympathisch. Rasen scheint hier ein Volkssport zu sein und Bremsen ein Fremdwort: Bei allfälligen Verkehrshindernissen (wozu auch wir zählen!) wird erstmal laut und heftig gehupt. |